„Hitlers Spionin“, Stéphanie Prinzessin zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst – 1891

„Hitlers Spionin“, Stéphanie Prinzessin zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst – 1891

Ehrenarierin jüdischer Abstammung

Am heutigen Tag wurde Hitlers Spionin, Stéphanie Prinzessin zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst, eine der interessantesten Frauen des 20. Jahrhunderts, in Wien geboren. Wien erlebte damals sein goldenes Zeitalter und war eine der weltweit führenden Städte im Hinblick auf Kultur, Kunst und Wissenschaft. Nur wenigen ist es bekannt, dass zu diesem Zeitpunkt die österreichische Metropole nach der Zahl der Bevölkerung nur von London, New York und Paris überholt wurde. Stéphanie wurde in eine wohlhabende Familie hineingeboren und war teilweise jüdischer Abstammung.
Das Aufwachsen im Wien der Jahrhundertwende bildete mit Sicherheit ihre Psyche. Man soll nicht vergessen, dass zu dieser Zeit in Wien der Psychoanalytiker Sigmund Freud und der berühmte Maler Gustav Klimt, der in seinen Werken Motive aus der Psychoanalyse einfügte, tätig waren. Der junge Adolf Hitler war nur zwei Jahre älter als Stéphanie und bewarb sich zu dieser Zeit vergeblich für ein Kunststudium an der Allgemeinen Malerschule der Wiener Kunstakademie. Von den bekannten Juden, die zu dieser Zeit in Wien tätig waren veröffentlichte Leo Trotzki die kommunistische Zeitung Pravda, Theodor Herzl begründete den Zionismus und Ludwig Nathan Rothschild war im Besitz der größten österreichischen Bank. Die Wiener Ca­fés besuchte damals auch Josip Broz, der als Testfahrer für die Automobilfabrik Austro-Daimler unter der Leitung des berühmten Ferdinand Porsche in der naheliegenden Wiener Neustadt arbeitete. Wien besuchten auch Stalin und Lenin als Anführer des bolschewistischen Stroms der europäischen Linken.
Die schöne Stéphanie wurde in Wien zur Geliebten des Erzherzogs Franz Salvator, eines Cousins des herrschenden Kaisers Franz Joseph. Als sie schwanger wurde, wollte man die Angelegenheit vertuschen und so wurde Stéphanie mit Prinz Friedrich Franz zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst verheiratet. So wurde sie Prinzessin durch Heirat. Bald nach der Geburt des Kindes schied sich das Ehepaar, aber Stéphanie behielt ihren Titel. Danach fing sie an, in der High-Society Europas zu zirkulieren. Sie freundete sich mit Hitler an, der sie, obwohl sie zum Teil Jüdin war, als „liebe Prinzessin“ bezeichnete. Sie entwickelte auch eine enge Freundschaft mit Hermann Göring, während Heinrich Himmler sie sogar zur Ehrenarierin erklärte. Nach einem Bericht des britischen Geheimdienstes MI6 soll Stéphanie von Hohenlohe die einzige Frau gewesen sein, die Hitler beeinflussen konnte. Er soll sie als Führer oft zu Sitzungen eingeladen haben und schätzte ihre Intelligenz und gute Ratschläge.
Prinzessin Stéphanie ließ sich in London nieder und handelte dort als ein Instrument der NS-Propaganda. Angeblich arrangierte sie das Treffen zwischen dem Herzog von Windsor (dem ehemaligen König Edward VIII.) und dessen Ehefrau Wallis Simpson mit Adolf Hitler. Als der Krieg begonnen hat, floh sie aus Großbritannien in die Vereinigten Staaten aus Angst, dass die Briten sie wegen Spionage für Deutschland verhaften könnten. In den USA wurde sie später festgenommen, doch sie verführte den Direktor der Einwanderungsbehörde, der sie heimlich in einem Hotel unterbrachte und sich in eine Beziehung mit ihr einließ. Später wurde sie doch von dem FBI verhaftet, nach dem Ende des Krieges wurde sie aber freigelassen. Sie starb in der Schweiz im hohen Alter von 80 Jahren. Ihr Leben wurde ausführlich im Buch Hitlers Spionin dargestellt. Das Leben der Stephanie von Hohenlohe wurde von Martha Schad behandelt.

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