Schweizerische Verteidigungspläne im Falle eines deutschen Angriffs – 1939

Schweizerische Verteidigungspläne im Falle eines deutschen Angriffs – 1939

Hitler griff allerdings die gut vorbereiteten Schweizer nie an.

Nachdem Hitler Polen am 1. September 1939 angegriffen hatte, führte die Schweiz sofort eine massenhafte Mobilisierung ihrer Bürger für den Militärdienst durch. Der ganze Staat wurde in nur drei Tagen mobilisiert. Obwohl man sich heute die Schweiz wegen ihrer traditionellen Neutralität meistens nicht als eine Militärmacht vorstellt, ist es interessant, das dieser Staat während des Zweiten Weltkriegs einen hohen Grad von Militarisierung hatte.

In der Schweiz gibt es die Regel, dass der General der Schweizer Armee alleine im Fall eines Krieges gewählt wird.  Zu Friedenszeiten ist der Korpskommandant (Franz. commandant de corps) der höchste Militärdienstgrad. Ein General kann nur von der Bundesversammlung, und zwar auf einer gemeinsamen Sitzung beider Kammer, ernannt werden. Der auf dieser Weise ernannte General wird zum Oberbefehlshaber der Militärkräfte.

Kurz vor dem deutschen Angriff auf Polen ernannte die Bundesversammlung tatsächlich einen General – den ersten nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. Sein Name war Henri Guisan und er ist wahrscheinlich der bekannteste Militärkommandant der gesamten schweizerischen Militärgeschichte.

General Henri Guisan reagierte entschlossen und schnell, sobald Hitlers Zeichen einer Aggression gegenüber Polen zeigte. Er befahl eine Massenmobilisierung sowie die Befestigung schweizerischer Verteidigungslinien. Durch die Mobilisierung wurde eine Militärmacht von etwa 430 000 Soldaten gesammelt.

Unter dem Kommando von General Henri Guison entwarf man einen sehr interessanten Plan für die Verteidigung der Schweiz. Die Armee sollte sich schnell auf die stark befestigten Stellungen in den Alpen zurückziehen und dadurch die sogenannte Nationalfestung oder Schweizer Reduit (Franz. Réduit national oder Réduit suisse) formieren.

Solch eine Festung in den Alpen wäre für die Deutschen eine harte Nuss zu knacken gewesen und die Schweizer rechneten damit, dass Deutschland nicht riskieren würde, eine Großzahl von Soldaten zu verlieren. Tatsächlich entschied sich Deutschland nie für eine Eroberung der Schweiz, obwohl es dafür schon Pläne gab (s.g. Operation Tannenbaum). Während des Kriegs war Hitler angeblich ziemlich wütend auf die Schweizer und forderte mehmals, Pläne für die Erboerung dieses Landes zu haben. Die Entscheidung, die Schweiz anzugreifen, hat er nie getroffen.

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